Archive für Januar 2011

Jahreshauptversammlung der GFH

Die Vorstandschaft zog durchweg positive Bilanz für 2010

Am vergangenen Freitag fand die Jahreshauptversammlung der Gemündener Fördergemeinschaft Hochwasserhilfe e.V. für das Jahr 2010 statt. Ca. 30 Mitglieder besuchten die Versammlung in der vereinseigenen Unterkunft in der Häfnergasse in Gemünden um sich über die Tätigkeiten im vergangenen Jahr und die Planungen und Veranstaltungen für 2011 zu informieren.

Noch vor Beginn des offiziellen Teiles hielt Kreisbrandinspektor Herbert Hausmann eine kurze Ansprache und ging auf die Einsätze der GFH im Januarhochwasser ein, welche zum ersten Mal unter der Führung der lokalen Einsatzleitung der Feuerwehr durchgeführt wurden. Er lobte die Leistungen der Helfer der GFH und zog eine durchweg positive Bilanz.

Den ersten offiziellen Punkt der Agenda bestritten der 1. Vorstand Emanuel Höfling und der Kassier Gerhard Trabold mit einem Tätigkeits- und dem Kassenbericht. Kassenprüfer Eduard Wanek bestätigte daraufhin die Kasse als korrekt geführt und stellte Antrag auf Entlastung der Vorstandschaft welchem einstimmig zugestimmt wurde.

Es folgten ein bebilderter Vortrag über die Arbeits-, Ausbildungseinsätze und Events des vergangenen Jahres, sowie ein ausführlicher Bericht des Hochwassereinsatzes im Januar 2011. Den nächsten Punkt auf der Agenda bildete die Zusammenstellung der bevorstehenden Events wie z.B. den Auf-/Abbau der Tribüne der Scherenburgfestspiele, Sicherungsdiensten bei Regatten, Ausbildungen sowie zahlreicher weiterer Veranstaltungen.

Vor dem letzten Punkt des Abends, “Anträge und Verschiedenes” ergriff auch Georg Ondrasch,  Bürgermeister der Stadt Gemünden und Mitglied der GFH das Wort. Auch er konnte die Einsatzbereitschaft und die geleistete Arbeit der Helfer beim vergangenen Hochwassereinsatz nur loben.

Nach langen aber ergebnisreichen Diskussionen über bevorstehenden Anschaffungen und Reparaturen sowie weiterer Planungen schloss die Sitzung gegen 23:00 Uhr.

Jetzt beginnt das Aufräumen (mainpost 21.01.11)

Die Stadt Gemünden zieht erste Bilanz – Genaue Zahlen liegen noch nicht vor.

Jetzt, da sich die braune Brühe endlich wieder aus Gemünden verzogen hat, wird sichtbar, was an Schlamm, Müll und Verwüstung zurückgeblieben ist. Höchste Zeit für eine erste Bestandsaufnahme. Bei einem Pressegespräch am Freitagvormittag zeigten sich die Beteiligten zufrieden mit dem Hochwassereinsatz. Die Zusammenarbeit zwischen Bauhof, Feuerwehren, Polizei, den THW-Ortsverbänden Karlstadt und Marktheidenfeld sowie dem Verein Gemündener Fördergemeinschaft Hochwasserhilfe (GFH) habe hervorragend geklappt, betonte Bürgermeister Georg Ondrasch.

Die Einsatzzentrale des Krisenstabes war in Gemünden vom 9. bis zum 18. Januar rund um die Uhr mit zwei Personen besetzt. Täglich fanden zwei Besprechungen statt. Allein auf die 36 Mitglieder der Gemünder Feuerwehr, die im Hochwassereinsatz waren, verteilen sich 1150 Stunden. Die 15 Helfer der GFH steuerten noch einmal 400 Stunden bei. Viele Freiwillige haben ihre Überstunden geopfert oder Gleitzeit genommen, um Stege zu bauen oder Sandsäcke zu füllen.

Mit gutem Beispiel vorangehen

Probleme mit Arbeitgebern, die ihren Arbeitskräften für den Einsatz im Hochwasser nicht frei geben wollten, gab es in Gemünden nur in einem Fall: bei der Stadt selbst. „Die Kommune muss mit gutem Beispiel vorangehen“, ärgerte sich der Leiter des Krisenstabes, Kreisbrandinspektor Herbert Hausmann. Man habe vor dem Dilemma gestanden, dass der Mitarbeiter eine dringende kommunale Angelegenheit zu erledigen hatte, aber auch im Hochwassereinsatz gebraucht wurde. Das Problem habe man aber inzwischen intern geregelt, erklärte Bürgermeister Ondrasch…………….(………)

Ein Dankeschön an alle fleissigen Helfer

An dieser Stelle möchte sich die Vorstandschaft des Vereines bei allen fleissigen Helfern bedanken, die unermüdlich und nach kürzester Alarmierungszeit jeden Einsatz zur Zufriedenheit der Betroffenen und der FFW-Einsatzleitung abgearbeitet haben.

Ihr seid super Jungs!

Hochwassernews 18.01.11

Das Wasser ist weg, der Steg wird abgebaut (15:00 Uhr):

Wir treffen uns um 15:00 Uhr in der Unterkunft um den Steg in der Mühltorstraße abzubauen.

Verliehenes Material von den Betroffenen zurückbekommen (18:00 Uhr):

Nachdem der Steg abgebaut und in der Unterkunft eingelagert wurde konnten auch das verliehene Schlauchboot und die Pumpe von den betroffenen Main-Anwohnern zurückgeholt werden. Die Lage hat sich vollständig entspannt, es ist mit keinen weiteren Einsätzen zu rechnen.

Hochwassernews 17.01.11

Eingang des Hochwassersteges verlängert (6:30 Uhr):

Aufgrund des erhöhten Wasserspiegels müssen wir den Einstieg zum Hochwassersteg anheben und den Steg etwas verlängern. Der Scheitelpunkt hat bald Gemünden erreicht, seit kurzem stagnieren die Pegel um die Stadt herum.

Bergfest (21:00 Uhr):

Die Pegel fallen, von nun an gehts bergab. Über den Termin für den Steg-Abbau werden wir alle fleissigen Helfer rechtzeitig informieren.

Hochwassernews 16.01.11

Lage ruhig (12:00 Uhr):

Aktuell ist die Lage ruhig, das Wetter spielt mit.

Prognosen nach unten korrigiert (20:45 Uhr):

Nachdem die Einsatzleitung gestern den bevorstehenden Hochwasser-Höchstwert um 50 cm über dem Scheitelwert der vergangenen Woche prognostitiert hat, ist die neue Vorhersage eher verhalten. In Schweinfurt lag der Scheitelwert nur ca 20 cm über dem des Vorangegangenen. Die Überaschungen könnten ausbleiben. Durchatmen, ausharren, bald ist es vorbei.

Hochwassernews 15.01.11

Die Nacht gut überstanden (10:00 Uhr):

Die Nacht verlief unspektakulär, der Höchstpegel sorgte für eine erneute Überschwemmung der Mühltorstraße, doch schon in den Nachtstunden ging das Wasser wieder leicht zurück. Die Einsatzleitung rechnet mit einer freien Straße schon Samstag Abend. Wir müssen also lediglich mit dem Boot einsatzbereit bleiben. Mit gemischeten Gefühlen wird allerdings die zweite Hochwasserwelle auf dem Main gesehen. In Trunstadt wird diese Stunden die zweite Scheitelwelle erwartet, höher als die Erste.  Bei einer Laufzeit von ca. 40 -48 Stunden ist mit dieser aber wohl nicht vor Sonntag Abend in Gemünden zu rechnen. Wir hoffen daß bis dahin die Saale weit genug abfliessen konnte. Zuwarten ist die Devise.

Einsatz, Stegbau Mühltorstraße (15:00 Uhr):

Stegbau! Wir treffen uns im GFH!

Einsatz beendet, der Steg steht wieder und der Main-Pegel steigt (19:30 Uhr):

Nach vier Stunden Arbeit und drei Blechen Pizza von Kathrin aus der Mühltorstraße 20 ;-) steht der Steg wieder und für die Anwohner kann die neue Hochwasserwelle kommen. Wir sind bei Euch, auch wenn in der Nacht etwas sein sollte, ruft an! An dieser Stelle möchte ich den Anwohner für ihr Vertrauen und vor allem den Helfern danken, welche zu jeder Wochen-, Tages- und Nachtzeit ihre Wald-, Haus- und Hofarbeit stehen und liegen lassen um dem Verein bei seiner Aufgabe beizustehen!!!

Schweinfurt, zweite Welle fast 60 cm über der Ersten (22:10 Uhr):

In Trunstadt passierte die zweite Welle mit 40 cm über der Ersten. In Schweinfurt sprechen die Prognosen von über 50 cm über der Ersten. Die Fränkische Saale wird noch mehr Wasser führen als sie zum Eintreffen der ersten Scheitelwelle führte. Wir können nur hoffen daß das milde Wetter die Entwicklung etwas abfedert.

Hochwassernews 14.01.11

Lagebesprechung in der Feuerwache (7:30 Uhr):

Bei einer Lagebesprechung um 9:00 Uhr wird die Einsatzleitung das weitere Vorgehen beratschlagen. Unfassbar, aber bei Bad Kissingen wurden die Pegel von vergangenem Sonntag übertroffen, auch im oberen Bereich des Mains sind die Pegel über dem Niveau der vergangenen Tage. Das verheisst nichts gutes.

Kritischer Wasserstand am Wochenende??? (12:30):

Vergleicht man die Pegelkurve des Hochwassers vom Mittwoch in Gemünden und die Entwicklung der neuen Pegelkurve kann schon zum Wochenende die Mühltorstraße erneut Hochwasser führen.

Vorgehensweise der Einsatzleitung (17:00 Uhr):

Die Saale steigt in Gemünden sehr rasch, in den Nachtstunden wird der aus Bad Kissingen gemeldete Scheitelwert erwartet. Auf der anderen Seite wird aber auch mit einem schnellen Rückgang gerechnet. Der bevorstehende zweite Scheitelwert des Mains ist noch in weiter ferne. Es könnte mit wenigen Stunden Hochwassereinbruch um Mitternacht in der Mühltorstraße erledigt sein. Somit geht die Einsatzleitung aktuell davon aus, daß vorerst kein Hochwassersteg benötigt wird, aber eventuell ein Boot die Erreichbarkeit der Anwohner garantieren soll. Wir stehen weiter in Alarmbereitschaft.

Scheitelpunkt erreicht (23:45 Uhr):

Gegen 20 Uhr haben die Anwohner ihre letzten Sandsäcke angefordert und sich verbarikadiert. Jetzt ist es ruhig in der Mühltorstraße geworden. Die Saale hat ihren Scheitelpunkt bei Wolfsmünster erreicht. Das bedeutet noch etwa eine Stunde bis dieser Gemünden erreicht hat. Es wird nur noch wenig Steigerung erwartet und vor allem einen raschen Pegelabfall in den Samstag hinein.

Hochwassernews 13.01.11

Steg vollständig abgebaut (11:00 Uhr):

Nach der Lagebesprechung der Einsatzleitung wurden wir angewiesen den verbliebenen Steg-Teil restlich abzubauen. Mit vier GFH-Helfern und drei Forstarbeiter der Stadt konnte dies schnell bewerkstelligt werden. Nun hoffen wir daß der vorherrschende Regen die Pegel nicht erneut auf ein so hohes Niveau ansteigen läßt. Aktuell ist aber NICHT davon auszugehen.

Erneut erhöhte Einsatzbereitschaft (16:00 Uhr):

Aufgrund der ungünstigen Wetterentwicklung ist mit überdurchschnittlichen Mengen an Oberflächenwasser und Schmelzwasser zu rechnen. Orte wie Kemmern (Main) und Bad Kissingen (Fr. Saale) weisen erneut stark steigende Pegel auf. Im Unterschied zum Anstieg des vorangegangenen Hochwasserpegels, welcher hauptsächlich aus abfließendem Tauwasser bestand soll die neue Pegelkurve wesentlich schneller steigen, da diese zusätzlich Regenwasser aus nahen Gebieten mit sich bringt.  Die Einsatzleitung der FFW Gemünden hat uns angewiesen weiter auf erhöhter Einsatzbereitschaft zu bleiben. Der erneute Bau des Hochwassersteges in der Mühltorstraße rückt wieder in greifbare Nähe.

Anmerkung: Der vorzeitige Abbau des Steges begünstigte die Reparatur des Ausweich-Waldweges sowie den geregelten Verkehrsfluss in der Mühltorstraße. Es war also nicht um sonst, auch wenn es unsere Freizeit gekostet hat. Aber wir machen es ja nicht zum Spaß, sondern zur Übung ;-)

Die Schäden halten sich in Grenzen (13.01.11, Mainpost)

Heute schulfrei für die Kinder aus den linksmainischen Stadtteilen

(lies) Voll gelaufene Keller, der eine oder andere Gebäudeschaden – damit dürfte das Januar-Hochwasser im Bereich Gemünden relativ glimpflich ablaufen. Der Höchststand war am Mittwoch früh um 4 Uhr mit 5,80 Meter (Pegel Huttenschloss) erreicht. Beim Jahrhunderthochwasser am 6. Januar 2003 zeigte er 6,02 Meter an. Die linksmainische Kreisstraße MSP 11 wird am heutigen Donnerstag noch gesperrt bleiben. Das bedeutet schulfrei für die Kinder in Harrbach, Kleinwernfeld und Hofstetten.Die für das Hochwasser gebildete Gemündener Einsatzzentrale bleibt am Donnerstag noch bestehen, aber ihre Notrufnummer (0 93 51/9 98 48) ist ab 9 Uhr nicht mehr besetzt. In dringenden Fällen ist die übliche allgemeine Notrufnummer 112 anzurufen.

Eine Schadensbilanz kann der Leiter des Gemündener Krisenstabs, Kreisbrandinspektor Herbert Hausmann, noch nicht ziehen. Der Einsatz der Helfer sei vorbildlich gewesen, lobt er. Bewährt hat sich die erstmalige koordinierte Zusammenarbeit der Feuerwehr, des Vereins Gemündener Fördergemeinschaft Hochwasserhilfe (GFH), des städtischen Bauhofs und des Ordnungsamts. Der Einsatz von Personal und Material, wie die Zahl der benötigten Sandsäcke, sei punktgenau erfolgt.

Der Einsatzleiter hebt die „hervorragende Zusammenarbeit“ mit dem Bauhof hervor: „Die Männer kamen aus dem Winterdienst und kämpften klaglos gegen das Hochwasser. Das ist eine enorme Leistung, vor der man nur Hochachtung haben kann.“ Trotz der hohen Beanspruchung gab es bei den Helfern und den Fahrzeugen keine Ausfälle. Wie Hausmann weiter berichtet, hätten die direkt betroffenen Flussanwohner die Beeinträchtigungen besonnen hingenommen, was bei manch anderen nicht immer der Fall gewesen sei.

So habe zum Beispiel ein Autofahrer aus dem Gemündener Mühltorgebiet, als dort am Mittwochmittag die Sperre errichtet werden musste, beim Passieren der Straße die Einsatzkräfte aufgefordert, mit der Absperrung noch zu warten, bis er sein Kind aus dem Kindergarten geholt hätte, berichtet Hausmann. Als die Helfer ihm sagten, das Wasser steige zu schnell, um noch durchfahren zu können, habe der Mann geschimpft: „Ja glaubt Ihr, wegen Euch fahre ich 20 Kilometer Umweg?“

Zusammenarbeiten wollen der Bauhof und die Feuerwehr auch bei den Reinigungsarbeiten an Stegen, Gehwegen und Parkplätzen. Die werden aber noch auf sich warten lassen, da der Wasserstand des Mains nur langsam zurückgeht.